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Homocystein senkende Maßnahmen führen nicht zu einer Erniedrigung des allgemeinen kardiovaskulären Sterblichkeitsrisikos
(Quelle: Marti-Carvajal AJ et al: Homocysteine lowering interventions for preventing cardiovascular events.Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, 4,Art. No. CD006612)

Homocystein wird neben erhöhtem Cholesterin als ein so genannter kardiovaskulärer Risikowert im Blut angesehen, was das Risiko von Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlafanfall einhergehend mit einer erhöhten Sterblichkeit angesehen.

Aus diesem Grunde sind sowohl viele Ärzte als auch Patienten mit erhöhtem Homocystein bestrebt, diesen QWert im Blut zu senken, was am meist mit Vitamin  B Komplex Präparaten geht, welche eine Mischung aus Vitamin B6 (Pyridoxin), Vitamin B 9 (Folsäure) und Vitamin B 12 (Cyanocobalmin)erfolgt, welche als Handelspräparaten injizierbarer Form verfügbar sind Der obig genannte Überblick (Review) der Literatur, welcher insgesamt 8 randomisierte Studien mit insgesamt 24.210 teilnehmenden Patienten umfasst, also einer sehr hohen und damit repräsentativen Teilnehmerzahl, zeigte, dass Homocystein senkende Maßnahmen keinerlei Vorteil zeigten, was die Häufigkeit von Herzinfarkten und Schlaganfällen als auch die Mortalitätsrate anging.


Eigener Kommentar: Diese umfangreiche Cochrane Analyse an über 24.000 Patienten, also einem unglaublich hohen Datenpool zeigt überzeugend, dass die von vielen Ärzten geübten medikamentösen Maßnahmen zur Homocysteinsenkung, welche ja obendrein nicht unbedingt billig sind, für die betroffenen Patienten keinen Überlebensvorteil bildet. Man sollte deshalb in Zukunft zwar erhöhte Homocysteinwerte im Rahmen des Gesamtrisikoprofils eines Patienten zur Kenntnis nehmen aber nicht krampfhaft versuchen, diese mit teuren Maßnahmen krampfhaft zu senken.

Mäßig Übergewichtige leben länger – die überraschenden Erkenntnisse einer deutschen Studie.
(Quelle: Lenz,M et al: The morbidity and mortality associated with overweight and obesity: A systematic review. Deutsches Ärzteblatt International 2009,106:641)

Viele Deutsche sind übergewichtig mit einem Body Mass Index (BMI) zwischen 25 und 29. Ungefähr 20 % werden als fettleibig (adipös) mit einem BMI von über 30 definiert. Die Autoren dieses Übersichtsartikels analysierten in 42 publizierten Studien zu diesem Thema den Zusammenhang zwischen Übergewicht, Sterblichkeit und Erkrankungshäufigkeit. Überraschender weise zeigte die Analyse dieses umfangreichen Datenmaterials, dass Übergewichtigkeit bis zu einem BMI von 30 nicht mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden ist, und dass übergewichtige Männer sogar eine um 7 % niedrigere Krebssterblichkeit aufweisen. Die bei übergewichtigen Frauen nicht gegeben war. Lediglich fettleibige Menschen (BMI>30) zeigen eine um 20 % höhere Mortalität.


Eigener Kommentar: Die Ergebnisse dieser Studie sind in der Tat überraschend und straft die bislang gehegten und oftmals verhement verteidigten Auffassungen, dass übergewichtige Menschen automatisch per se eine erhöhte Sterblichkeit aufweisen, Lügen. Das Fazit dieser Studie, dass eine gewisse Übergewichtigkeit für die Betroffenen nicht zum Nachteil gereicht gegenüber deren schlanken Mitbürgern, die ja oftmals der Gruppe der Schlankheitsfanatiker zuzuordnen ist, lässt die Lust an gutem Essen und Trinken in einem neuen Licht erscheinen. Schließlich stellt ein gutes Essen und ein guter Tropfen für viele ein Stück Lebensqualität dar.
Wohl bekomm‘s.

 
 
Patientenstudien urologische Praxis Prof. Dr. Porst
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